Fachartikel in der e|m|w: Automatisierung und KI in der Praxis
Mit Thomas Altrogge von Emergy habe ich für die e|m|w aufgeschrieben, wie aus einzelnen Automatisierungen eine gemeinsame Struktur wird - und warum KI dabei seltener gebraucht wird, als die Debatte vermuten lässt. Der Artikel steht hier zum Download.

In der aktuellen Ausgabe der e|m|w (das energate-Magazin) ist ein Fachartikel erschienen, den ich zusammen mit Thomas Altrogge geschrieben habe, Leiter Digitalisierung & IT bei Emergy. Er beschreibt, wie Emergy Automatisierung vom Pionierprojekt zur Fähigkeit der ganzen Organisation macht.
e|m|w, Ausgabe 5, Oktober 2026, Rubrik Strategien & Prozesse
Worum es geht
Die Debatte beginnt in vielen Energieversorgern mit der Frage, wo sich KI einsetzen lässt. Die Erfahrung bei Emergy zeigt einen anderen Einstieg: beim Prozess, also bei den konkreten Engpässen im Arbeitsalltag. Viele Prozesse folgen klaren Regeln und lassen sich mit klassischer Workflow-Automatisierung lösen. KI ist ein zusätzlicher Hebel, dort, wo Regeln an ihre Grenzen stoßen.
Die ersten Automatisierungen bei Emergy waren erfolgreich, oft mit einer Amortisation unter einem Jahr. Aber sie waren Einzelmaßnahmen einzelner Pioniere. Der Artikel beschreibt den Weg von dort zu einer gemeinsamen Struktur:
- Starter-Workshops auf Bereichsebene schaffen ein gemeinsames Verständnis, mit Beispielen aus dem eigenen Haus.
- Potenzial-Workshops in den Teams sammeln Ideen, ohne gleich in Prozessanalysen abzurutschen.
- Ein einheitlicher Quick-Check ordnet jede Idee ein. Das wichtigste Prinzip: Jede Idee bekommt einen Platz, ob umgesetzt, geparkt oder bewusst verworfen. Nach etwa vier Monaten waren mehr als 100 Ideen bewertet.
- Kanban und Sprints machen die Umsetzung für alle sichtbar.

Der Quick-Check als App: Jede Idee wird nach denselben Kriterien eingeordnet.
Fünf Beispiele, ein Muster
Kassenschnitt und Terminplanung im Bäderbetrieb, Onboarding im Personalbereich, Zählerwesen Strom, E-Mail-Sortierung im Kundencenter: fachlich völlig verschieden, technisch erstaunlich ähnlich. Strukturierte Daten, Prüfregeln, Weiterleitung, Statusverfolgung. Daraus wächst eine Workflow-Bibliothek, und jede neue Aufgabe ist zu großen Teilen schon einmal irgendwo gelöst.
Auch das zeigen die Beispiele: Die meisten Fälle sind regelbasierte Automatisierung. KI kommt seltener zum Einsatz, als die Debatte vermuten lässt - bei der E-Mail-Sortierung zum Beispiel, wo Regeln allein nicht reichen.
Ausblick: Enablement in der Fläche
Mit jedem umgesetzten Quick-Win verschiebt sich der Schwerpunkt. Die nächste Stufe ist Enablement in der Fläche: Die Fachbereiche erkennen und formulieren ihre Potenziale selbst, statt sie sich zeigen zu lassen. Die wachsende Use-Case-Galerie gibt dafür die Impulse - eine Lösung aus einem Bereich bringt den nächsten auf eine Idee.
Mitarbeitende mit Interesse und Geschick arbeiten zunehmend selbst an Umsetzung, Anpassung und Wartung mit, begleitet vom zentralen Competence-Team. Gelernt wird dabei, indem man es tut. Das Setup bleibt schlank, das Werkzeug pragmatisch, und der Blick auf Wiederverwendbarkeit bleibt konsequent. So wird aus einem Projekt mit wenigen Umsetzern eine Fähigkeit, die viele tragen.
Zur Einordnung
Der Artikel ist ein Erfahrungsbericht, kein Konzeptpapier. Wer selbst vor der Frage steht, wie aus ersten Automatisierungen mehr wird, findet darin einen erprobten Weg - unabhängig vom Werkzeug. Emergy setzt auf Microsoft 365, derselbe Ablauf funktioniert aber auch mit anderen Bausteinen.
Das Projekt im Überblick: Emergy - Automatisierung in der Fläche
Vertiefung zu einzelnen Bausteinen: Der falsche Einstieg, Competence Center Automation & KI - so klappt’s und Use Case Galerie beschleunigt Automatisierung.
myFlow• begleitet Organisationen dabei, Automatisierung konkret umzusetzen und als systematische Fähigkeit aufzubauen - nicht als Projekt.



